Menu
menu

Dorferneuerung und Dorfentwicklung in Sachsen-Anhalt

Förderung ländlicher Wegebau

Was wird gefördert?

Die Menschen in den ländlichen Regionen profitieren von einem gut ausgebauten Wegenetz und dessen multifunktionaler Bedeutung. Um ländlichen Räume in Sachsen-Anhalt zukunftsfähig zu halten, fördert das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten Investitionen in den ländlichen Wegebau mit insgesamt 5,5 Millionen Euro

Wer wird gefördert?

Antragsberechtigt sind unter anderem Gemeinden und Gemeindeverbände, natürliche Personen und Personengesellschaften sowie juristische Personen des privaten Rechts und Wasser- und Bodenverbände (sowie vergleichbare Körperschaften). Antragsfrist ist der 29. April 2022.

Wie wird gefördert?

Grundlage der Förderung ist die Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der regionalen ländlichen Entwicklung des Landes Sachsen-Anhalt in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 (RL RELE 2014-2020), Abschnitt 2, Teil A.

Die Antragsunterlagen sind abrufbar unter: www.elaisa.sachsen-anhalt.de (Formulare Ländlicher Wegebau, FP 6302). Fragen beantwortet das jeweils zuständige Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF): www.alff.sachsen-anhalt.de

Gestaltung im ländlichen Raum in Sachsen-Anhalt

Die Gemeinden und Dörfer weisen in ihrer Struktur und ihren Lebensformen eine große Vielfalt auf. Sie vor dem Hintergrund des stetigen Strukturwandels in der Landwirtschaft und dem demografischen Wandel weiterzuentwickeln und ihre wirtschaftliche Grundlage und hohe Lebensqualität zu sichern, ist das Ziel der Dorfentwicklung.

Den veränderten Rahmenbedingungen soll durch eine aktive Innenentwicklung begegnet werden, um die Orte lebenswert zu erhalten. Durch bauliche und soziale Vorhaben die kulturelle Identität und das Selbstbewusstsein in den Dörfern. Die Eigeninitiative der Bürger wird gefördert und strukturelle Mängel im ländlichen Raum ausgeglichen. Die Dorferneuerung/-entwicklung trägt so zur Erhaltung, Weiterentwicklung und nachhaltigen Sicherung der Versorgungs-, Erholungs- und Ausgleichsfunktionen des ländlichen Raumes sowie der historisch wertvollen Kulturlandschaft bei. Die Förderschwerpunkte, wie die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, Gestaltung dörflicher Freiräume und Sanierung ortsbildtypischer landwirtschaftlicher Bausubstanz, haben das Ortsbild positiv verändert und die Dörfer als Wohnstandorte attraktiver gemacht.

Nach oben

Staatliche Instrumente zur Erhaltung der Dörfer

Die Fördermaßnahme der Dorferneuerung/-entwicklung wird in Sachsen-Anhalt im Rahmen der Europäischen Union aus dem ELER-Fond, der Gemeinschaftsaufgabe  „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ durch den Bund und mit Landesmitteln durchgeführt. Sie ist ein wichtiges und erfolgreiches Instrument der Strukturpolitik für den ländlichen Raum.

Ziel ist es, die ländlichen Regionen mit ihren Dörfern im dezentralen Siedlungsgefüge zu erhalten, die Grundzentren zu stärken sowie die Sicherung der Daseinsvorsorge und der innerörtlichen Entwicklung in den Fokus zu nehmen. Detaillierte Informationen sind unter ELAISA (Elektronischer Agrarantrag Sachsen-Anhalt) in den Förderprogrammen 6309 (für IGEK), 6310, 6311(bis 2017) und 6314, 6315 ab 2018 zu finden.

Nach oben

Dorferneuerung schafft notwendige Perspektiven

Die Dorferneuerung ist ein fester Bestandteil der Förderung zur Entwicklung der ländlichen Räume in Sachsen-Anhalt. Dorferneuerung ist eine Entwicklung im Dorf, die möglichst alle Dorfbewohner einbezieht, die aber bei der Gestaltung eines schönen Dorfbildes nicht Halt macht. Die Dorferneuerung wird in Sachsen-Anhalt seit 1991 im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ aus Mitteln des Landes, des Bundes und der EU gefördert. Das Hauptanliegen ist die Stärkung des ländlichen Raumes, damit dieser seine Aufgaben und Funktionen als Wirtschaftsstandort sowie Arbeits-, Lebens-, Erholungs- und Kulturraum erfüllen kann. Die Verbesserung der infrastrukturellen und baulichen Verhältnisse in den Dörfern verbessert nicht nur die Produktions-, Arbeits- und Lebensverhältnisse der im ländlichen Raum Beschäftigten, sondern wirkt auch der Abwanderung aus strukturschwachen, ländlichen Räumen entgegen. Die Dorferneuerung hat seit ihrer Einführung mehr als 2.200 Orte erreicht. Die Maßnahmen zur Ver­besserung der Verkehrsinfrastruktur, Gestaltung dörflicher Freiräume und zur Sanierung ortsbildtypischer landwirtschaftlicher Bausubstanz haben das Ortsbild vieler Dörfer positiv verändert und diese als Wohnstandorte attraktiver gemacht. Der Erfolg der Dorferneuerung ist deshalb in vielen Orten unseres Landes unübersehbar. Den Schwerpunkt in der Förderung bilden mit einem Anteil von ca. 80 Prozent an den ausgereichten Fördermitteln die kommunalen Vorhaben.

Die Dorferneuerung ist und bleibt ein klassisches Instrument der Landentwicklung. Die aktuellen Herausforderungen, wie der demografische Wandel oder die Globalisierung können nur mit ganzheitlichen, gemeindeübergreifenden Handlungsansätzen bewältigt werden. Wir orientieren auf Leader und eine Strategie der „Integrierten Ländlichen Entwicklung“, die den Ansatz zur Vernetzung der vorhandenen Potenziale verfolgt. Grundlage der Förderung in der EU-Förderperiode 2007 bis 2013 ist die Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der regionalen ländlichen Entwicklung in Sachsen-Anhalt (RELE). Gemäß den Leitlinien der Allianz Ländlicher Raum sowie aufgrund der demographischen Entwicklung werden die Prioritäten auf eine vorrangige Förderung der Grundzentren, der Sicherung der Daseinsvorsorge und der innerörtlichen Entwicklung gelegt. Die Dorferneuerung hat sich in den letzten Jahren zu einem Instrument gewandelt mit dem, die der demografischen Entwicklung geschuldeten Schrumpfungsprozesse begleitet und gestaltet werden können.

In enger Verbindung zur Dorferneuerung stehen die nationalen und internationalen Dorfwettbewerbe. Der Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz durchgeführt. Der Wettbewerb findet in einem Dreijahresrhythmus auf Kreis-, Landes- und Bundesebene statt.

Der Europäische Dorferneuerungspreis wird alle zwei Jahre von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung vergeben.

Die Abgrenzung der Förderinstrumente Dorferneuerung und Dorfentwicklung von der Städtebauförderung erfolgt nach der Einwohnerzahl der Orte. Vorhaben in Orten mit weniger als 7.500 Einwohnern, die nicht über die Städtebauförderung unterstützt werden, können grundsätzlich über die Dorferneuerung und Dorfentwicklung gefördert werden. Ein Anspruch auf Förderung besteht nicht. Die Anträge können beim zuständigen Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) eingereicht werden.