AKIS: Das Wissens- und Innovationssystem in Sachsen-Anhalt
AKIS vernetzt Bildung, Beratung, Forschung, Praxis und Verwaltung, damit Wissen in der Landwirtschaft schneller ausgetauscht, weiterentwickelt und direkt in die Anwendung gebracht werden kann. Ziel ist es, Innovationen zu fördern, den Wissenstransfer zu stärken und landwirtschaftliche Betriebe bei aktuellen und künftigen Herausforderungen wirksam zu unterstützen. Dieser Wissensaustausch ist als zentrales Querschnittsziel in der EU-Agrarpolitik verankert.
Was ist AKIS?
Das Landwirtschaftliche Wissens- und Innovationssystem, kurz AKIS (Agricultural Knowledge and Innovation System), beschreibt das Zusammenwirken von Personen, Organisationen und Institutionen, die Wissen und Innovationen für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum bereitstellen, vermitteln, weiterentwickeln und in die Praxis übertragen.
AKIS ist keine eigenständige Behörde und auch kein einzelnes staatliches Förderprogramm. Es ist vielmehr ein europaweites Konzept und Netzwerk, um alle Akteure im Agrarbereich besser miteinander zu verbinden. AKIS basiert auf der europäischen GAP-Strategieplan-Verordnung (EU-VO 2021/2115). Diese macht die Förderung von Wissen und Innovation zum verbindlichen Querschnittsziel der EU-Agrarpolitik für die Förderperiode 2023–2027. Ein gut funktionierendes AKIS sorgt dafür, dass Wissen nicht isoliert bleibt, sondern zwischen Praxis, Forschung, Beratung und Politik zirkuliert.
Ein Beispiel aus der Praxis: Die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) testet eine neue, wassersparende Anbaumethode. Über Vortragsveranstaltungen oder das Beraterseminar der LLG wird dieses Wissen unter anderem an private landwirtschaftliche Beratungskräfte weitergegeben. Diese empfehlen die Methode an einen landwirtschaftlichen Betrieb weiter, der sie auf seinem Hof erfolgreich anwendet. Genau diesen reibungslosen Wissensfluss von der Forschung in die Praxis organisiert und unterstützt AKIS.
Warum ist AKIS in Sachsen-Anhalt wichtig?
Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Klimaanpassung, Ressourcenschutz, wirtschaftlicher Anpassungsdruck und der Generationenwechsel in den Betrieben erfordern neue Ansätze. Vor diesem Hintergrund gewinnt ein schnelles und zielgerichtetes Reagieren an Bedeutung. Ein leistungsfähiges AKIS in Sachsen-Anhalt unterstützt dabei, Akteure zu vernetzen und tragfähige, zukunftssichere Lösungen für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum zu entwickeln.
Wer ist beteiligt und wer kann mitmachen?
AKIS lebt von der Teilnahme unterschiedlicher Fachakteure. Die Hauptzielgruppen und ihr Nutzen im Überblick:
- Landwirtinnen und Landwirte: Erhalten schnelleren Zugang zu praxistauglichen Innovationen und Lösungen für ihren Betriebsalltag.
- Beratungsorganisationen: Werden durch Weiterbildungen besser vernetzt und fungieren als zentrale Schnittstelle, um aktuelles Wissen in die Betriebe zu tragen.
- Forschung & Bildungseinrichtungen: Können ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse durch direkten Austausch schneller in die Praxis überführen.
- Verwaltungen & Netzwerke: Begleiten und fördern die Prozesse.
Eine hervorragende Möglichkeit, sich aktiv in dieses Netzwerk einzubringen, bieten praxisnahe Projekte wie die Europäischen Innovationspartnerschaften (siehe unten).
Was fördert das Land konkret?
Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt das AKIS durch gezielte Förderungen und Strukturen:
- EIP-Agri (Europäische Innovationspartnerschaften): Das Land fördert diese Zusammenarbeit über das Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum (ELER). Hier arbeiten land- und forstwirtschaftliche Betriebe, Beratung, Wissenschaft und weitere Partner in sogenannten Operationellen Gruppen zusammen. Das sind konkrete Projekt-Teams, die gemeinsam praxisnahe Innovationsprojekte entwickeln und umsetzen. Dadurch gelangen neue Ideen schneller in die Betriebe und werden dort erprobt.
- Beraterseminar & Berateranerkennungsverordnung: Die landwirtschaftliche Beratung ist in Sachsen-Anhalt privatrechtlich organisiert. Zur Qualitätssicherung gibt es das Beraterseminar der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG). Es unterstützt die Beraterinnen und Berater durch Informationsangebote, Weiterbildungen und die offizielle formelle Anerkennung nach der sogenannten Berateranerkennungsverordnung. Dies trägt wesentlich zum Funktionieren des AKIS bei.
Aktuelles / Veranstaltungen
AKIS-Workshop 2026: Wie wird Wissen wirksam?
Am 9. und 10. September 2026 findet in Iden in Sachsen-Anhalt der zweite bundesweite AKIS-Workshop der DVS statt. Die Veranstaltung bietet Raum für Austausch, Diskussion und Vernetzung zwischen Bildung, Beratung, Forschung, Praxis, Koordination und Verwaltung. Die Teilnahme steht in der Regel allen Interessierten offen (Informationen zu eventuellen Teilnahmegebühren entnehmen Sie bitte dem Link zur Anmeldung).

