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Aktuelles aus der Stabstelle

Kitzrettung bei der Mahd im Frühjahr

Ende April beginnt die Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit von Rehkitzen, Junghasen und gefährdeten Wiesenbrütern. Das fällt in die Zeit des ersten Grünlandschnitts. Sehr junge Rehkitze und Hasen haben keinen Fluchtreflex. Deshalb ist die Gefahr groß, dass sie vom Mähwerk erfasst, verstümmelt oder sogar getötet werden. In Deutschland sterben jährlich schätzungsweise 100.000 Kitze durch die Mahd.

Die Zusammenarbeit von Landwirtinnen und Landwirten sowie Jägerinnen und Jägern zum Schutz der Tiere ist deshalb bedeutsam. Landwirte haben besondere Pflichten, bevor sie mit der Mahd beginnen. Kommen sie diesen nicht nach, machen sie sich strafbar. Im § 17 des Tierschutzgesetzes ist festgelegt: "Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1. ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder 2. einem Wirbeltier a) aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder b) länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt."

Drohneneinsatz zur Rettung von Jungtieren

Der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildtechnik hat sich bei der Suche nach Rehkitzen, Junghasen und Gelegen bewährt. Das Verfahren bietet Landwirtinnen und Landwirten sowie Jagdausübungsberechtigten die Möglichkeit, effektiv ihrer tierschutzrechtlichen Verantwortung gegenüber Wildtieren nachzukommen. Mit Hilfe dieser Technik ist es möglich, Helferinnen und Helfer direkt zum Tier zu lotsen. Die Jungtiere können aus der Gefahrenzone entfernt werden. Nach der Mahd legen die Tierretter die Jungtiere wieder an die Fundstelle, damit die Mutter ihren Nachwuchs wiederfinden kann. Drohnen sind kostenintensiv. Deshalb werden aus der Jagdabgabe Fördermittel zur Anschaffung ferngesteuerter Multicopter bereitgestellt. Die Zuwendungen erfolgen als Projektförderung für einzelne, abgegrenzte Vorhaben in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses. Anträge können beim Landesverwaltungsamt gestellt werden. Nähere Informationen wie Merkblatt, Antragsformulare und Ansprechpersonen werden vom Landesverwaltungsamt bereit gestellt

Wie kann ich bei der Tierrettung helfen?

In Sachsen-Anhalt widmen sich ehrenamtliche Einzelpersonen und Vereine der Rehkitzrettung. Auf der Homepage der Deutschen Wildtierstiftung (https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/reh-stoppt-den-maehtod) gibt es eine interaktive Karte, um mit Drohnen ausgestattete Kitzretter zu finden. Wer die Vereine als Helfer unterstützen möchte, kann mit den dort aufgeführten Vereinen oder mit dem Tierschutzbeauftragten (tierschutzbeauftragter(at)mule.sachsen-anhalt.de) in Verbindung treten. Auf der Homepage www.kitzrettung-hilfe.de besteht die Möglichkeit, sich als Helferin oder Helfer sowie als hilfesuchender Landwirtschaftsbetrieb zu registrieren.

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Mitbringen von Heimtieren durch Ukrainische Flüchtlinge

Auf der Flucht vor den schrecklichen Kriegsgeschehnissen in ihrer Heimat kommen vermehrt Ukrainische Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt an, die Heimtiere mitführen.

Das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Lands hat die wichtigsten Hinweise zur Einreise mit Heimtieren aus der Ukraine auf einem Merkblatt in deutscher und ukrainischer Sprache zusammengefasst. Die Hinweise sollen neben den ukrainischen Flüchtlingen auch allen Stellen nützen, die sich der Aufnahme und Unterbringung von mitgebrachten Tieren gegenüber sehen.

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Strengere Anforderungen an die Hundehalter

Eine Vielzahl von Tierschutzanzeigen bei Sachsen-Anhalts Veterinärämtern betrifft die tiergerechte Haltung von Hunden. Der Tierschutzbeauftragte des Landes, Dr. Marco König, macht daher auf strengere tierschutzrechtliche Anforderungen an die Hundehalter aufmerksam, die mit der Veröffentlichung einer Änderungsverordnung am 1. Januar 2022 in Kraft treten. Danach müssen Hunde ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers bekommen.

"In Abhängigkeit vom Alter und dem körperlichen Zustand des Hundes sollte das zumindest zweimaliger täglicher Auslauf mit einer Gesamtdauer von einer Stunde sein, gerne auch mehr", verdeutlicht König.

Umgang mit Hunden

Hunden ist außerdem täglich Umgang mit Betreuungspersonen und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen zu ermöglichen. Eine Hundehaltung in Zwingern, Gebäuden oder Kleingärten, bei denen die Hundehalter nur zum Füttern und Versorgen vorbeikommen, ist damit eindeutig rechtswidrig.

Für Welpen bis zum Alter von zwanzig Wochen ist die Zeitdauer des Umganges mit mindestens vier Stunden täglich sogar noch exakter vorgeschrieben.

Nach Ansicht des Tierschutzbeauftragten ist längst überfällig, dass nunmehr für die Ausbildung und Erziehung von Hunden Stachelhalsbänder und andere für Hunde schmerzhafte Mittel verboten sind.

Haltung von Hunden im Außenbereich

Werden Hunde in Räumen, die nicht gleichzeitig dem Aufenthalt von Menschen dienen, gehalten - also zum Beispiel in Schuppen, Garagen, Lagerhallen und ähnlichem - muss für die Hunde ein freier Blick aus dem Gebäude heraus gewährleistet sein.

Jedem Hund, der im Freien gehalten wird, ist nach wie vor eine Schutzhütte aus wärmedämmendem Material zur Verfügung zu stellen. Sie muss nun so bemessen sein, dass der Hund sich darin ausgestreckt hinlegen kann. Außerhalb der Hütte muss dem Hund ein witterungsgeschützter, also mindestens überdachter, schattiger und wärmegedämmter Liegeplatz zur Verfügung stehen, auf dem der Hund ausgestreckt in Seitenlage liegen kann.

Vom 1. Januar 2023 an ist jegliche Anbindehaltung von Hunden - auch die an sehr langen Leinen oder so genannten Laufleinen - verboten. Ausnahmen hiervon gibt es nur für ausgebildete Hunde während ihrer Tätigkeit.

Regelungen für die Zucht gelten ab 2023

Hündinnen ist bis zum Absetzen der Welpen eine Wurfkiste zur Verfügung zu stellen, in der für die Welpen eine Mindesttemperatur von 18 Grad Celsius zu gewährleisten ist. Eine Betreuungsperson darf höchstens drei Hündinnen mit Welpen gleichzeitig betreuen.

Welpen, die in Räumen gehalten werden, ist täglicher Auslauf im Freien zu gewähren.

"Diese Vorschriften sollen insbesondere die gewerbsmäßige Zucht mit mehreren Hündinnen zu Erwerbszwecken reglementieren", erläutert der Tierschutzbeauftragte. "Auch hier darf nicht aus Kostengründen auf eine tiergerechte Haltung und Betreuung verzichtet werden, wie es leider noch sehr häufig der Fall ist."

Ausstellungsverbote bei Qualzucht und Amputationen

Als sehr wichtigen Schritt zur Eindämmung von tierschutzwidrigen Amputationen und Qualzuchten sieht König die Vorschriften zum Ausstellungsverbot an. Danach ist es künftig untersagt, Hunde auszustellen, bei denen Ruten oder Ohren tierschutzwidrig kupiert sind oder die mit so genannten vererbbaren Defektmerkmalen behaftet sind. Zu letzteren zählen laut Tierschutzbeauftragtem insbesondere Hunde mit angezüchteter Kurzköpfigkeit, Haarlosigkeit oder bestimmten Fellfarben, weil diese im Erbgang sehr häufig mit Funktionsausfällen von Körperteilen oder Organen verknüpft sind.

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Großer Erfolg bei der Kastration von Streunerkatzen

Rückblick 2021 und 2020

 

Das Land Sachsen-Anhalt unterstützte 2021 die Kastration von herrenlosen freilebenden Katzen, sogenannten Streunerkatzen. Dafür wurden in zwei Kastrationszeiträumen insgesamt 100.000 EUR zur Verfügung gestellt. Im ersten absolvierten Zeitraum Februar bis April wurden 837 herrenlose Katzen (334 männliche und 503 weibliche) von Tierschutzvereinen gekennzeichnet, registriert und unfruchtbar gemacht. Damit wurde deren unkontrollierte Vermehrung und ein immer weiteres Anwachsen dieser problembehafteten Katzenpopulation verhindert. Aber auch im zweiten Kastrationszeitraum, der im August begann und bis Jahresende geführt wurde, konnten 428 Tiere (153 männliche und 275 weibliche Streunerkatzen) unfruchtbar gemacht werden. 

29 Tierschutzvereine Sachsen-Anhalts nahmen im genannten Zeitraum die Unterstützung des Landes in Anspruch. Seit dem Start des Kastrationsprogrammes im September 2020 wurden damit 1991 Katzen - 1227 weibliche und 764 männliche - kastriert, gekennzeichnet und registriert.

„Bei schätzungsweise 100.000 Streunerkatzen in Sachsen-Anhalt klingt das erstmal nicht sehr viel, aber ein Anfang ist gemacht. Die Tierschutzvereine des Landes nehmen die Unterstützung dankend an“, freut sich der Tierschutzbeauftragte des Landes Dr. Marco König.

 

 

Kastrieren vor allem für Besitzerkatzen sehr wichtig

Das Land hofft weiterhin, dass Besitzer von Katzen das Anliegen dadurch unterstützen, indem nur kastrierten und gekennzeichneten Katzen Freilauf gewährt wird. "Wenn sich unkastrierte Katzen von Besitzern mit Streunerkatzen paaren, werden meist neue Streunerkatzen geboren. Oft bemerken die Katzenbesitzer das gar nicht. Damit wird die Fortpflanzungsspirale der Population am Laufen gehalten. Deshalb sollten alle Freigängerkatzen unbedingt kastriert sein", gibt der Tierschutzbeauftragte zu Bedenken.

Unterscheidung Streunerkatzen und Besitzerkatzen

 

Bei Streunerkatzen handelt es sich um Katzen, die keinen Besitzer haben und daher als herrenlos und freilebend gelten. Diese Tiere sind meist ehemalige Haustiere und deren Nachkommen, keine Wildtiere. Oft werden diese Tiere nicht oder nur schlecht versorgt. Sie sind deshalb häufig schlecht genährt, krank oder verletzt.

Dazu abgrenzen lassen sich Besitzerkatzen, die zwar einen Besitzer haben, aber dennoch unkontrollierten Freigang nach draußen erhalten. Sie werden auch als Freigänger bezeichnet. Freigängerkatzen vergrößern das Problem der Streunerkatzen durch eine unkontrollierte Vermehrung.

Der einzige Ausweg ist das konsequente Kastrieren und anschließende Kennzeichnen mittels Transponder (Chip) der Besitzerkatzen durch den Besitzer und das parallel dazu ablaufende Kastrieren der herrenlosen Katzen durch Tierschutzvereine.

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Tierschutz in den Medien

Der Tierschutzgedanke wird in der Gesellschaft immer präsenter. In den Medien werden immer öfter Berichte zu Missständen oder Tierschutzproblemen,  aber auch Darstellungen guter Tierhaltungen gezeigt.

Im Folgenden findet man Beiträge oder Ausschnitte aus solchen Fernsehberichten ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Tierschutzbeauftragter des Landes Sachsen-Anhalt

Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt

Dr. Marco König

Telefon: +49 391 567-1844
E-Mail: tierschutzbeauftragter(at)mule.sachsen-anhalt.de